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Liebeszauber der weisen Frau für Frauen ab 40

hexenkessel
 
16.-19. 2012 Februar im Schwarzwald, Seminarhaus Hollerbühl

Auszug aus dem weiblichen Manifest:

Die Phase des Rückzugs und Integration

Der Herbst ist die Zeit, in der sich die Natur langsam ins Innere zurückzieht. Wie der Herbst ist auch diese Phase im Leben einer Frau die Erntezeit, in der sie das einsammelt, was sie im Frühling und Sommer gesät und gepflegt hat. In dieser Phase wird geerntet und konserviert, sodass auch im Winter noch genügend Nahrung vorhanden ist. Diese Phase ist dafür da, sich ganz und gar der Entwicklung der Spiritualität hinzugeben. Meditation ist wie immer der Weg, aber es gibt noch andere Möglichkeiten.
Der Herbst des Lebens dient dazu, sämtliche Lebenserfahrungen zu integrieren, damit sie sich in weibliche Weisheit verwandeln können. Diese Rückzugsphase hat für die Entwicklung der Frau enorme Bedeutung: In dieser Zeit hast du die Wahl, dich auf das zu konzentrieren, was du nicht hast, oder dich über deine inneren Schätze zu freuen. Das wichtigste Thema in der Lebensphase der weisen Frau ab 42 heißt Integration. In dieser Zeit geht es um die Versöhnung, es geht darum, dich als unperfekte Frau, genau so, wie du bist, zu akzeptieren.

Diese Zeit bringt große Veränderungen, auch die Wechseljahre. Du braucht möglichst viel Substanz, Kraft und innere Klarheit, um diesen Transformationsprozess gut zu durchleben. Das Verzeihen, Loslassen, die Entwicklung von Dankbarkeit und das Beschützen der körperlichen weiblichen Essenz – all das erfordert einen intensiven, teilweise erbarmungslosen, aber immer befreienden Prozess, der kürzer oder länger dauert, je nachdem, wie die Frau bis dahin gelebt hat.

Es geht vor allem darum sich und anderen zu verzeihen, wir haben alle versucht, das Beste aus dem zu machen, was uns im Leben begegnet ist. Und alles wandelt sich und geht zu Ende. In dieser Lebensphase verlieren Frauen das, was sie beim anderen Geschlecht attraktiv macht. Genau dann werden viele Frauen gegen eine jüngere ausgewechselt. Viele sind in dieser Phase allein. Für all die wichtigen inneren Vorgänge braucht eine Frau viel Meditation, Stille und auch Kraft, damit unverdaute Emotionen und Erlebnisse auf tiefster Ebene integriert werden können. Der Prozess dauert an, bis das Herz einen unbeschwerten glücklichen Zustand erreicht hat.
Ende Auszug


Liebeszauber im Februar

Im Liebeszauber lernst du weibliche Wege und Methoden kennen, deinen wichtigen Integrationsprozess mit Liebe und Lust zu unterstützen und zu geniessen. Weibliches Know- How soll dir dazu verhelfen, dich immer wieder von der grossen Liebe neu verzaubern zu lassen.

Rituale, Meditation, Stille, und Spass werden uns die Tage begleiten. Zudem lernst du die Grundlagen der weiblichen Selbstheilung kennen, damit du weisst, wie körperliche und emotionale Unausgeglichenheiten auszugleichen oder zu vermeiden.

Eine lustvolle, unbeschwerte junge Frau zu sein ist keine grosse Kunst. Auch in der zweiten Lebenshälfte lustvoll, lebensfroh, offen und sexy zu sein, ist das Mysterium der neuen Weiblichkeit.

Weitere Infos und das Anmeldeformular findest du hier auf der Website und Events.

 


 

 
Bereit für den nächsten Schritt

isisblut
 
Liebe Frauen und Freunde,

ich wünsche Dir ein wundervolles neues Jahr. Sobald ich vom Schwarzwald zurück bin, werde mich ums neue Programm kümmern und die noch fehlenden Veranstaltungen hier auf der Website publizieren.

Es ist es an der Zeit einen Schritt weiterzugehen. Es freut mich sehr, dass einige von euch die letzten Jahre intensiv an sich gearbeitet haben und nun über ein solides weibliches Fundament verfügen und bereit sind weiter zu gehen.

Schwierige Zeiten erwarten uns. Und es gibt noch einiges zu lernen, um diese intensiven Prozesse optimal zu unterstützen. Es wird einige neue Seminare und Aktivitäten geben, um euch optimal auf das kommende Vorzubereiten. Nebst den Vertiefungskursen wird es selbstverständlich auch weiterhin Einführungsseminare geben. Denn ohne die Grundlagen der weiblichen Selbstheilung verinnerlicht zu haben ist leider auch keine Vertiefung möglich.

Es werden im 2012 auch einige neue Seminare im Engadin ( ein Hochtal in den Schweizer Bergen) stattfinden.

herzlichst

Maitreyi






 


 

 
Die Wunder der Sexualität

goldensnake
 
Interview mit Maitreyi für die Matrix 3000, geführt von Ralf Lehnert



• Sie halten es für notwendig, in der Spiritualität und Sexualität neue Wege zu gehen, damit wir uns als Menschheit weiterentwickeln können. Können Sie das etwas genauer erklären?

Sexualität und Spiritualität wurden jahrhundertelang von Machtinhabern und Religionen erfolgreich unterdrückt und voneinander abgespalten. Durch diese konsequente Trennung wurde die Sexualität vom höheren Bewusstsein abgeschnitten und somit die individuelle Entfaltung der Menschen unterbunden. Wird die sexuelle Kraft nicht bewusst einem höheren Bewusstsein unterstellt, sondern den unbewussten Anteilen in uns überlassen, gerät sie außer Kontrolle. Die Auswirkungen, die eine unkontrollierbare unbewusste Sexualenergie in unserer Gesellschaf hat, ist kaum zu übersehen. Gewalt und Perversitäten rund um die Sexualität sind heute an der Tagesordnung. Es benötigt den bewussten Einsatz der sexuellen Kräfte, damit sich die Tore zur spirituellen Ebene öffnen und daraus eine kraftvolle, authentische Spiritualität hervorgehen kann. Stehen einem Menschen diese enormen Kräfte nicht zur Verfügung, bleibt er in der verbreiteten Scheinheiligkeit stecken. Interessanterweise ist die Unterdrückung dieser beiden wichtigsten Anteile mit einer konsequenten Unterdrückung der Weiblichkeit verbunden, die unsere Gesellschaft als Lebensausrichtung verfolgt. Damit wir unsere Sexualität mit einem höheren Bewusstsein leben und entwickeln können und daraus eine authentische wahrhaftige Spiritualität hervorgehen kann, die uns als alle weiterbringt, braucht es neue weibliche Wege.

• Was bedeutet denn eigentlich weiblich – und was bedeutet männlich?

Alles was sich hier auf der Erde manifestiert, kommt durch das Wechselspiel dieser beiden gegensätzlichen Pole zustande. Feuer und Wasser stellen die kreierenden Kräfte sehr treffend dar. Diese Thematik ist zu komplex, um ihr in ein bis zwei Sätzen gerecht zu werden. Es ist lohnend, sich persönlich die Zeit zu nehmen, diese beiden wichtigen Symbole für sich zu entschlüsseln. Eigene Erfahrungen und Einsichten sind hilfreich, um Unausgeglichenheiten dieser beiden Pole in Beziehungen, im Sex, im Beruf, in der Wirtschaft, in der Politik und in der Spiritualität zu erkennen. Sobald wir die Unterschiede wahrnehmen, wird vieles klarer und einfacher. Hier einige Gegensätzlichkeiten zum Reflektieren:

Feuer - Wasser
Höhepunkt - Tiefe
Verstand - Gefühle
Elektrisch - Magnetisch
Energie - Materie/Blut
Bewegung - Stille
Außen - Innen
Technisch - Natürlich
Logik - Intuition
Tun - Sein
Bewusst - Unbewusst
Wissen - Weisheit

Da sich die weiblichen Anteile im Unbewussten befinden, können sie nur durch einen Prozess der weiblichen Bewusstseinserweiterung erschlossen werden. Das gilt gleichermaßen für Männer und Frauen.

• Gibt es überhaupt eine Zusammenarbeit zwischen Wasser und Feuer?

Wasser hat die Macht, Feuer zu kontrollieren und zu löschen. Das Feuer wärmt das Wasser und kann es verdampfen. Dieses Gesetz lässt sich auf alle Gegensätze und Lebensbereiche anwenden.

Dieses Zusammenspiel konnten wir im Frühjahr 2011 sehr deutlich bei der Atomarkatastrophe in Japan beobachten. Der hochexplosive Atomreaktor (männliches Prinzip), der außer Kontrolle geraten ist, wurde versucht mit Wasser (weibliches Prinzip) wieder unter Kontrolle zu bringen. Dabei sahen wir, wie die radioaktiven Strahlungen - auch die entsprechen dem männlichen Prinzip - das Wasser regelrecht giftig und ungenießbar gemacht haben. Das, was sich da in Japan ereignet hat, spiegelt die Realität, in die wir uns als Menschheit zusammen hineinmanövriert haben. Sie spiegelt de Überbetonung der männlichen Kräfte, die jetzt außer Kontrolle geraten sind. An männlichen Kräften ist an sich nichts auszusetzen, die braucht es. Blöd ist nur, dass immer mehr Frauen in männlichen Energiemustern leben. Die weiblichen Kräfte in Männern und in Frauen sind so geschwächt, dass sie nicht in der Lage sind, die entfesselten männlichen Kräfte zu stabilisieren.

Es braucht nicht viel, bis die instabilen, hochexplosiven Kräfte außer Kontrolle geraten. Wir können diese Entwicklung in der Politik, in der Sexualität und in der Wirtschaft usw. beobachten. Deshalb wird inzwischen in vielen Kreisen die neue Weiblichkeit als die große Retterin und Hoffnungsträgerin genannt.

• Was müssen Frauen auf dem spirituellen Weg beachten?

In der Spiritualität weibliche und männliche Wege zu gehen bedeutet nichts anderes, als die Sexualität und Gefühle in diese wichtigen Entwicklungsprozesse einzubeziehen und nicht länger auszuklammern. Denn dort liegt die Kraft. Die sexuelle Befreiung hat kaum begonnen. Es ist wichtig, dass wir einen bewussten Zugang zu diesen enormen weiblichen Kräften in uns bekommen. Es ist notwendig, die eigene Natur bewusst anzunehmen, um die sexuellen Kräfte aus der unbewussten Zone, in der sie seit zu langer Zeit gefangen ist, zu befreien.

Je stärker Sexualität und Spiritualität voneinander getrennt bleiben, desto tiefer rutscht die Sexualität ins Unbewusste, so dass wir nicht merken, was in diesen wichtigen Bereichen geschieht. Solange sich die Sexualität in den Klauen des Unbewusstseins befindet, bleibt sie unberechenbar, unkontrollierbar und von negativen Emotionen angetrieben. Die eigene Natur und Natürlichkeit anzunehmen ist eine wichtige Voraussetzung, das Wesen der eigenen Sexualität zu erkennen. Da Frauen anderen Energiemustern unterworfen sind als Männer, ist es notwendig, diese Unterschiede zu berücksichtigen. Die Sexualität bildet das Fundament der Menschheit. Es wäre sicher von Vorteil, wenn wir einen bewussten Zugang zu unserer kreativen Kraft besäßen und so in der Lage wären, unsere eigene Realität bewusster zu gestalten und nicht von unserem Unbewussten gelebt würden

• Ihnen geht es also um die Verbindung von Spiritualität und Sexualität. Ist das nicht eh eine Kraft?

Stimmt, auf der unbewussten Ebene ist alles mit allem verbunden und somit eine Einheit. Diese Einheit bewusst zu verwirklichen ist der Sinn und Zweck der menschlichen Entwicklung. Es ist die individuelle Aufgabe jedes einzelnen, ganz zu werden und alle verschiedenen unbewussten Anteile in sich zu realisieren. Jedes Einzelteilchen hat eine bestimmte eigene Funktion. Sexualität ist für die Kraft und Fortpflanzung zuständig, die Spiritualität für das höhere Bewusstsein. Unsere persönliche Aufgabe ist es, diese beiden Bereiche oder Funktionen mit unserem persönlichen Bewusstsein zu erschließen und sie in uns zu vereinen. Dadurch würden Menschen auch lernen, verantwortungsvoller mit ihrer Kraft und Macht umzugehen. Für die menschliche Entwicklung ist es sehr wichtig, dass die Sexualität nicht länger dem Unbewussten überlassen wird, sondern dass diese enorme Kraft durch die Verbindung zu einem höheren Bewusstsein ihr wahres Potential entfalten kann.

Durch die großflächige sexuelle und spirituelle Unterdrückung der Menschen wird ihre individuelle Entwicklung verhindert. Solange Menschen weder einen bewussten Zugang zur Spiritualität noch zur Sexualität besitzen, sind sie tief in ihren Wurzeln verunsichert und dadurch leicht manipulierbar. Damit sich die Individuen und die Menschheit als Ganzes weiterentwickeln können, wird es dringend notwendig, Spiritualität und Sexualität wieder zusammen zu führen. Das ist unsere wichtige und notwendige Aufgabe.

• Sie veranstalten nicht nur Kurse für Frauen, sondern auch für Männer. Welche Hauptunterschiede gibt es da hinsichtlich Ihrer Botschaften und Absichten?

Männer sind Gipfelstürmer - und sie sind es gewohnt, Neuland zu erobern und geben nicht so leicht auf, selbst wenn es schwierig wird. Es ist viel komplizierter, Frauen aus ihrer Kuschelzone herauszulocken und ihnen die Unendlichkeit schmackhaft zu machen. Frauen wurden so lange spirituell und sexuell unterdrückt, dass sie häufig gar nicht realisieren, dass ihnen das Wichtigste im Leben fehlt. Viele geben sich schon mit winzigsten Erfolgen zufrieden. Bei zu vielen Frauen hört die Reise auf, sobald sie sich wohl fühlen, eine Beziehung haben oder finanziell erfolgreich sind.

Ich hatte früher 80 Prozent Männer in meinen Seminaren. Das machte Spass und funktionierte sehr gut. Da bemerke ich, wie Frauen hinterher hinkten und es dringend nötig wurde, heilende Wege für Frauen zu entwickeln, damit Frauen in ihre weibliche Kraft und vor allem auch in Kontakt mit ihrer weiblichen Sensibilität und Weisheit kommen konnten. Damals gab es im Bereich der Weiblichkeit nichts, was wirklich dem Weiblichen entsprach. Im Bereich der Sexualität gab es noch keinerlei weibliches Bewusstsein. Frauen kannten nur männliche Wege und Methoden, die ihre männlichen Anteile entwickelten, auch im Bereich der Sexualität. Deshalb wurden meine Frauenbücher zur weiblichen Sexualität so begeistert aufgenommen und zu internationalen Bestsellern.

In den letzten 20 Jahren hat sich in der weiblichen Welt einiges bewegt - auch im Bereich der Sexualität. Nur leider sind Frauen dadurch noch männlicher geworden. Das blockiert die weibliche Heilung auf tiefster Ebene. Deshalb wurde es auch notwendig, ein Buch wie Weibliches Manifest zu schreiben. Frauen haben sich, ohne es zu merken, weit von ihrer weiblichen Natur entfernt und gelernt, ihre männlichen Wege im Namen der Weiblichkeit zu zelebrieren. Global betrachtet ist das keine gute Entwicklung.

• In Ihrem aktuellen Buch Weibliches Manifest schreiben Sie zu diesem Aspekt: "Auch Energieübungen oder Meditationspraktiken, wie sie in den meisten gängigen okkulten und spirituellen Systemen unterrichtet werden, wurden überwiegend von Männern entwickelt und auf männliche Schüler ausgerichtet. Selbstverständlich haben diese Praktiken auf den weiblichen Energiehaushalt eine komplett andere oder gar umgekehrte Wirkung." Welche ungünstigen Wirkungen gehen davon aus und welcher okkulter Schulung bedürfen Frauen?

Frauen wurden so lange unterdrückt und in männliche Muster gedrängt, dass es ihnen gewohnheitsgemäß nicht möglich ist, in weiblichen Mustern zu leben. Sie müssen ihre Weiblichkeit bewusst heilen und zurückerobern, um sie genießen und entwickeln zu können. Damit Frauen aus diesen männlichen Mustern herausfinden, müssen sie die weiblichen Gesetze erst einmal kennen, damit sämtliche innere Prozesse im Einklang mit diesen geschehen. Das ist ein ganzheitliches Projekt, das große Sensibilität und weibliches Know-how erfordert. Energiearbeit ist nicht der Weg, die Weiblichkeit zu erreichen, es ist der Weg, die weibliche Ebene zu vermeiden.

Das macht Methoden wie Chi Kung, Tai Chi und andere Arten der Energieübungen bei verletzten Frauen sehr beliebt. Sie versorgen Menschen mit Lebenskraft und Energie, so dass sich die verletzten Gefühle noch mehr in den unbewussten Bereichen zurückziehen, sich dort verstecken und sich der bewussten Wahrnehmung entziehen. Durch Energiearbeit fühlen sich Menschen oberflächlich vital.

Weibliche Heilung findet in der Tiefe des Gefühlskörpers statt und nicht auf der Energieebene. Das sind sehr wesentliche Unterschiede, die für die sexuelle und spirituelle Befreiung der Frau und auch für die Entwicklung eines weiblichen Bewusstseins von großer Bedeutung sind. Wenn Frauen in männlichen Mustern leben, werden sie sehr oberflächlich und kopflastig. Dadurch entfernen sich von ihren weiblichen Anteilen. Die Weiblichkeit liegt in den unbewussten Tiefen verborgen und rutscht immer tiefer in unbewusste emotionsbeladene Zonen. Das macht es sehr schwierig, moderne Frauen bewusst in Kontakt zu ihren weiblichen Anteilen, sozusagen in einen weiblichen Modus, zu bringen, vor allem, wenn sie nicht gelernt haben zu meditieren. Das ist an sich eine Mission Impossible! Eine Frau muss das wirklich wollen und sich auch ernsthaft darum bemühen, sonst hat sie keine reellen Chancen, bewusst all die kostbaren Schätze, die in Inneren verborgen liegen, zu erschließen. Die unbewusste Welt ist ein riesiges Labyrinth, da ist die Gefahr relativ groß, sich darin zu verirren.

• Sie grenzen sich ab vom herrschenden Feminismus, der ja vorgibt, die Rechte und Interessen der Frauen zu stärken. Was läuft da Ihrer Meinung nach falsch?

Solange der Feminismus in männlichen Mustern agiert und sich an männlichen Wertvorstellungen orientiert, ist es meiner Meinung nach kein wirklicher Feminismus. Solange er nicht einer neuen Weiblichkeit entspringt, ist er zu harmlos und kraftlos. Es sind dann meist die anderen oder die Umwelt, die sich verändern sollten. Es ist nicht sehr wirkungsvoll, weibliche Anliegen äußerlich verändern zu wollen, denn auf dieser Ebene ist die Ursache der Probleme weder zu finden noch zu beheben. Sobald sich etwas im Innern eines einzelnen Menschen verändert, kann sich diese Qualität auch im Außen manifestieren. Der gesamte Bereich der Weiblichkeit ist noch sehr unterentwickelt. Wir sollten uns dringend um die Rehabilitation und Heilung der eigenen Weiblichkeit kümmern.

Ich habe in meinem Leben sehr viele sogenannte Feministinnen getroffen. Meistens wurden sie von ihrer eigenen unbewussten Verletztheit oder gar Männerfeindlichkeit angetrieben. Ich finde es auch sehr merkwürdig, dass viele lesbische Frauen das Gefühl haben, sie hätten den Feminismus für sich gepachtet. Feminismus geht uns alle an, und wir alle, Frauen und Männer, sollten nicht aus Frust oder Hass uns für die weiblichen Werte einsetzen, sondern aus Liebe, denn die verbindet. Solange Menschen in männlichen Mustern funktionieren, werden sie sich gegenseitig bekämpfen. Es ist an der Zeit, dass wir lernen, am selben Strang zu ziehen, um gemeinsam mit vereinten Kräften weiblich zu wirken.

• Die Welt ist unübersehbar im Umbruch. Welche Chancen zur Entwicklung sehen Sie da für die Menschen bzw. für die beiden Geschlechter?

Es gibt einzelne Menschen, Frauen und Männer, die sich aus den Klauen des unbewussten Kollektivs befreien wollen und alles daran setzen, ihr individuelles Bewusstsein zu erweitern. Und auf die paar kommt es an.

• Spekulieren Sie dabei auf die berühmte kritische Masse? Denn viele esoterische Richtungen geben sich weit weniger bescheiden. Sie sehen die Chance zu einem kollektiven Bewusstseinswandel.

Die Chance besteht durchaus, aber darum müssen wir uns richtig bemühen. Schöne Worte reichen da nicht aus. Dazu wird es erforderlich, die echte Spiritualität aus den Fesseln der Jahrtausende langen Unterdrückung und Knechtschaft zu befreien. Und das sind kraftraubende und intensive innere Prozesse, die bewusst vollzogen werden müssen, sonst passieren die nicht. Solange sich so viele Menschen mit Scheinheiligkeiten und Halbwahrheiten begnügen, wird daraus wohl nichts.

• Sie haben eine Mysterienschule für Frauen gegründet. Wie unterscheiden sich die Absicht und das Lehr- und Entwicklungsangebot einer Mysterienschule von den zahlreichen beinahe unüberschaubaren esoterischen Angeboten?

Die Aufgabe einer Mysterienschule ist es, Menschen auf ihrem individuellen Weg in die Freiheit zu begleiten. Das geschieht durch fundierte langjährige Schulung, die im Einklang mit den universellen Gesetzen geschieht. Mysterienschulen haben eine sehr lange Tradition. Sie orientieren sich nicht am Markt, sondern an ihrer Aufgabe. Eine Mysterienschule lockt Schüler nicht mit irgendwelchen Versprechungen an, etwa Wunderheiler, Therapeut oder Wahrsager zu werden, und es wird ihnen auch kein besserer Platz im Himmel oder in der Gesellschaft in Aussicht gestellt. Eine Mysterienschulung ist mit einem sehr großen persönlichen Einsatz von Schülern und Lehrern verbunden. Für ihren Einsatz bekommen die Schüler weder Diplome noch Scheine und die Lehrer bekommen kein Geld. Mysterienarbeit ist für Verrücke, die bereit sind, gegen den Strom zu schwimmen, für Menschen, die diesen tiefen Hunger in sich verspüren, sich selbst zu erkennen und zu entschlüsseln, um der Wahrheit ein Stück näher zu kommen. Diese Arbeit richtet sich an Menschen, die bereit sind, hinter den Kulissen zu wirken.

Wie die Seher aus der alten Zeit prophezeiten, leben wir heute im Zeitalter der großen Täuschung. Das ist, wie sie sagten, ein dunkles Zeitalter, in dem Menschen selbstsüchtige materielle Ziele verfolgen. Dabei wird gemogelt, getäuscht und manipuliert. Das ist Fukushima! Das Fukushima-Syndrom liegt nicht nur an der Ostküste Japans, es ist überall zu finden - in uns und um uns herum und vor allem auch in sogenannten spirituellen, esoterischen und religiösen Kreisen. So lange Spiritualität, Esoterik und Sexualität zu kommerziellen Zwecken oder zum Erlangen von persönlicher Macht missbraucht werden, bleiben sie in Gefangenschaft und können ihr wahres Potenzial nicht entfalten. Aus diesem verkorksten Schlamassel müssen wir nun herausfinden. Um diesen umwälzenden Befreiungsprozess der Sexualität und Spiritualität zu vollziehen, bedarf es authentischer und unabhängiger Menschen, die die Kraft und das Unterscheidungsvermögen besitzen, sich gegen die kollektiven Prägungen bewusst durchzusetzen. Menschen auf diese Verantwortung vorzubereiten liegt in der Aufgabe einer Mysterienschule. Die großen Wunder der weiblichen Sexualität eröffnen uns die Pforte zu einem neuen weiblichen Bewusstsein, das die dringend benötigen Entwicklungsschritte auf persönlicher und globaler Ebene einleiten wird.

Link zur Druckausgabe

https://www.disk.alice.de/FbhfWwV/Maitreyi_D_Piontek_Wunder_in_Matrix3000.pdf?a=UyjIqqyWgAk

 


 

 

© Maitreyi Piontek